Das Projekt

Der Grundimpuls des Projektes Kaspar Hauser-Zentrum für heilende Pädagogik in Ansbach ist der Aufbau eines Seminar- und Tagungshauses, in dem vielfältige Möglichkeiten persönlicher Begegnungen sowie die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kultur- und Bildungsangeboten ermöglicht werden sollen.

Den Rahmen dazu schaffen wir in den Bereichen:

  • Seminare für Freiwilligendienstleistende
  • Fortbildungsangebote, insbesondere auch für Menschen mit Assistenzbedarf
  • Kursangebote und Tagungen
  • Weitere kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen und Feste
  • Kaspar Hauser-Begegnungsraum
  • Bio-Restaurant und Café
  • Gästehaus
  • Shop für Produkte aus Behindertenwerkstätten
  • Ambulanz für Notfallpädagogik

Ein wesentlicher Aspekt in der Konzeption des Kaspar Hauser-Zentrum für heilende Pädagogik ist die weitreichende Beteiligung von Menschen mit Unterstützungsbedarf, die im gesamten hauswirtschaftlichen Bereich sowie im Café, Bistro, Verkaufsshop, in der Kreativwerkstatt und in der Gästebetreuung tätig werden sollen. Geplant ist, inklusive Arbeitsplätze einzurichten, die sich an den Fähigkeiten aller Mitarbeitenden orientieren sollen, nicht an ihren Defiziten. Durch dieses Gesamtkonzept werden vielfältige Begegnungsmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, Eltern und Freunden, Urlaubsgästen, Ausstellungsbesuchern, Seminarteilnehmern, Künstlern, Café- und Restaurantbesuchern geschaffen. Außerdem sind für die Zukunft offene und inklusive Wohnprojekte im städtischen und ländlichen Raum in und um Ansbach geplant.

Kaspar Hauser-Begegnungsraum

Kaspar Hauser hat bis zu seinem Tode am 17. Dezember 1833 etwa zwei Jahre im sogenannten „Lehrer-Meyer-Haus“ gelebt und ist dort auch verstorben. Mit großer Sorgfalt soll der Charakter seines Sterbezimmers unter Hervorhebung der Fachwerkstruktur und weiterer Raumbesonderheiten bei der Restaurierung berücksichtigt werden, um auf diesem Weg den Besuchern eine Imagination seines besonderen Lebensganges nahe zu bringen. Hierbei soll insbesondere der Zukunftsimpuls wahrnehmbar werden, der mit der Person Kaspar Hausers unmittelbar verbunden ist.
Eine Nutzung als Raum der Besinnung sowie Begegnungsmöglichkeit bietet sich für die Gesamtkonzeption an.
 

Privatarchiv Kaspar Hauser

Namhafte Forscher haben ihre Lebensaufgabe in der Erforschung von Kaspar Hausers Lebensgang gesehen. Unter anderem hat Hermann Pies unzählige Gerichtsakten, Protokolle und Gutachten handschriftlich kopiert, die im Original zu großen Teilen im zweiten Weltkrieg zerstört worden sind. All diese Unterlagen sollen eine sichere Bleibe für zukünftige Forschungen in Ansbach bekommen. Im Zusammenhang mit dem Kaspar Hauser Begegnungsraum ist hierfür ein separater Raum vorgesehen, der das größte Privatarchiv Kaspar Hausers werden soll.

Kaspar-Hauser-Begegnungsraum
Kaspar-Hauser-Begegnungsraum

Ambulanz für Notfallpädagogik im Kaspar Hauser-Zentrum

Die Ambulanz für Notfallpädagogik im Kaspar Hauser-Zentrum in Ansbach versucht, traumatisierte Kinder und Jugendliche nach ihren oft schrecklichen Erlebnissen zu stabilisieren, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren und so eine Verarbeitung der traumatischen Erfahrung zu ermöglichen.

Dabei geht es in erster Linie nicht um traumatherapeutische und psychologische Ansätze, sondern um notfallpädagogische Erste Hilfe auf Grundlage der Waldorfpädagogik. Sicherheit, Beziehungsarbeit, Rhythmus, Ritualisierung, Bewegung und künstlerische Aktivitäten sind Schlüsselbegriffe der notfallpädagogischen Maßnahmen. Notfallpädagogigische Krisenintervention sollte möglichst umgehend nach einer akuten Traumatisierung einsetzen.

Die notfallpädagogischen Stabilisierungsmaßnahmen reichen oft aus, traumatische Erlebnisse einer Verarbeitung zuzuführen. Eine Traumatherapie ist dann nicht erforderlich. Kommt es aber zur Krankheitsphase, kann Notfallpädagogik i.S. einer Stabilisierung auch begleitend zu einer Traumatherapie fortgesetzt werden.

In der Ambulanz für Notfallpädagogik arbeiten Sonderpädagogen, Erzieher, Theater- und Erlebnispädagogen, Fachkräfte für rhythmische Einreibungen, Wickel und Auflagen, Psychologen, Kunsttherapeuten, Sprachgestalter, Heileurythmisten und Ärzte.

Ambulanz für Notfallpädagogik am Kaspar-Hauser-Zentrum in Ansbach
notfallpädagogische Helfende Hände Erste Hilfe auf Grundlage der Waldorfpädagogik
 Notfallpädagogigische Krisenintervention Traumahilfe Ansbach
Traumatherapie Ansbach
Ambulanz für Notfallpädagogik am Kaspar-Hauser-Zentrum in Ansbach
notfallpädagogische Helfende Hände Erste Hilfe auf Grundlage der Waldorfpädagogik
 Notfallpädagogigische Krisenintervention Traumahilfe Ansbach
Traumatherapie Ansbach

Bildung und Lebenspraxis - Angebote für Menschen mit Beeinträchtigungen

Die Begegnungsstätte soll mit ihren Räumlichkeiten Kurs- und Fortbildungsangebote für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf anbieten. Externe Gruppen können auch eigene Kurse mit ihren Dozenten oder Kursleitern im Haus durchführen. Seminare für Auszubildende aus den Berufsbildungsbereichen von Werkstätten für Menschen mit erhöhtem Förderbedarf können ebenso in diesem besonderen Rahmen stattfinden.

In Verbindung mit dem Haus kann auch in den Seminaren auf das Wesen Kaspar Hausers und das Schicksal Europas im 19. Jahrhundert Bezug genommen werden.

Einladungen zu den Seminaren sollen bundesweit an soziale Einrichtungen, Elternvereine und Verbände ergehen. Eine enge Zusammenarbeit mit sozialtherapheutischen Einrichtungen der Region wird angestrebt.
 

Produkte aus Behindertenwerkstätten

Im Shop werden neben Erzeugnissen von kooperierenden Behindertenwerkstätten auch hauseigene Produkte aus der Gastronomie angeboten. Der Galerie-Shop ist von außen direkt zugänglich und mit der Gastronomie verbunden.

Produkt aus Behindertenwerkstätte
Kurs- und Fortbildungsangebote für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf
Seminar Kaspar Hauser Zentrum Ansbach
Produkte aus Behindertenwerkstätten
Produkt aus Behindertenwerkstätte
Kurs- und Fortbildungsangebote für Menschen mit und ohne Assistenzbedarf
Seminar Kaspar Hauser Zentrum Ansbach
Produkte aus Behindertenwerkstätten

Arbeitsangebote für Menschen mit Assistenzbedarf

Für das Projekt der Kaspar Hauser Kultur- und Begegnungsstätte ist grundlegend, dass Personen mit Unterstützungsbedarf gut in das soziale Geschehen innerhalb der Begegnungsstätte integriert werden und ihrer Arbeit stressfrei nachgehen können. Mitarbeiter mit Assistenzbedarf sollen umsichtig in passende Arbeitsabläufe eingebunden werden. Diese Menschen, die vorübergehend oder dauerhaft auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht bestehen können, finden hier ein sinnstiftendes Arbeitsumfeld. Sie werden von Fachkräften begleitet, die unter Berücksichtigung der zukünftigen Systemumstellung durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG ) finanziert werden.

Mittelfristig sollen bis zu 16 Personen mit Unterstützungsbedarf in die Arbeiten im Haus einbezogen werden. Folgende Arbeitsbereiche stehen zur Verfügung:
Zentralküche, Verarbeitung der Lebensmittel, Verarbeitung der Speisen für Café und Restaurant, Verarbeitung von Lebensmitteln für den Verkauf im Shop (hier wäre Gebäck, süß und salzig, eine hauseigene Teelinie und Kräuter denkbar), Servicebereich, Hauswirtschaft und Reinigung sowie Rezeption mit Büroarbeiten.

Die Menschen mit besonderem Hilfebedarf werden es letztendlich sein, die das Erscheinungsbild der Begegnungsstätte identitätsstiftend prägen werden.

Arbeitsangebote für Menschen mit Assistenzbedarf Kaspar Hauser Kultur und Begegnungsstätte
Arbeitsangebote für Menschen mit Assistenzbedarf Kaspar Hauser Kultur und Begegnungsstätte

Die Unterbringung im Gästebereich

Das Gästehaus ist als eine der Haupteinnahmequellen innerhalb des Begegnungsstätte konzipiert. Es steht Übernachtungs- und Tagungsgästen, Schulklassen oder Jugendgruppen zur Verfügung. Wünschenswert wären regelmäßige und langfristig planbare Gruppenbuchungen. Mit der Karlsruher Niederlassung des Vereins Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners wurden bereits konkrete Gespräche geführt, um mit einem Anteil von 50% der Belegungen in der Gründungsphase eine Grundauslastung des Seminarbetriebes zu gewährleisten.

Die wechselnden Gruppen der Freiwilligen aus allen Programmen (Freiwilliges Soziales Jahr, Bundesfreiwilligendienst, Incoming Programm, weltwärts, Internationaler Jugendfreiwilligendienst, Europäischer Freiwilligendienst und Deutsch-Französischer Freiwilligendienst), als Seminarteilnehmer der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, sind ein lebendiges und wichtiges Element in dem sich stetig verändernden Sozialgefüge innerhalb des Hauses. Vorgesehen ist derzeit, dass 30 Übernachtungsplätze (in 4 oder 5 Mehrbettzimmern, jeweils mit Bad) für den Seminarbereich sowie weitere Doppel- und Einzelzimmer für Hotel- und Tagungsgäste eingerichtet werden. Dadurch ergibt sich eine Kapazität von bis zu 50 Schlafplätzen.

Rechtsform

Das Kaspar-Hauser-Zentrum für heilende Pädagogik soll als gGmbH (Rechtsform für gemeinnützige Unternehmen) betrieben werden. In dieser Alternative zur GmbH lassen sich gemeinnützige Projekte in einem rechtlich sicheren Rahmen umsetzen. Die Mitgliederversammlung zur Gründung eines Fördervereins für das Projekt fand im September 2018 statt.

Gästehaus Kaspar Hauser Zentrum Ansbach
Gästehaus Kaspar Hauser Zentrum Ansbach

Raumplanungen

Die Raumplanung umfasst Gewölbekellerräume, Seminar- und Tagungsräume, Zentralküche, Gastronomie-Bereich und Café, Innenhofterrasse im oberen Stockwerk, Aufenthalts- und Rückzugsräume für Menschen mit Assistenzbedarf, Hotel- und Gästezimmer, Räumlichkeiten für die notfallpädagogische Ambulanz sowie das Kaspar-Hauser-Archiv. Es sind mehrere Seminar- und Tagungsräume vorgesehen. Neben Café und Restaurant soll auch der Kasper-Hauser-Begegnungsraum öffentlich zugänglich sein.

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Seminar- und Tagungsräume Kaspar Hauser Zentrum Ansbach
Seminar- und Tagungsräume Kaspar Hauser Zentrum Ansbach
Spendenkonto
DE72 6619 0000 0010 5431 00